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Emanuel-Geibel-Schule

Schulprogramm

 

beschlossen am 30.06.2015

 

Inhalt

Präambel

1     Unsere Schule

2     Unser Leitbild

3     Bausteine des pädagogischen Konzepts

3.1  Profil

3.2  Unterricht

3.3  Öffnung der Schule / Ganztagsangebote

4     Ausführliches Pädagogisches Konzept

4.1  Gestaltung des gemeinsamen Lernens

4.1.1           Klassenstufe 5 – 7

4.1.2           Klassenstufe 8 -10

4.2  Gestaltung des Schulalltages

4.3  Leistungsbemessung und Leistungsbeurteilung

4.4  Förderung

4.4.1           Legasthenieförderung

4.4.2           Weitere Förder- und Fordermaßnahmen

4.5  Ganztagsorganisation und Kooperationen

4.5.1           Mittagsverpflegung

4.5.2           Kooperation mit der

             Michael-Haukohl-Stiftung

4.5.3           Schulsozialarbeiter/innen und Kooperative Erziehungshilfe

4.5.4           Angebote im Ganztagsbereich

5     Schwerpunkte künftiger Schulentwicklung

5.1  Raumkonzept

5.2  Schulgebäude- und Schulhofgestaltung

5.3  Unterrichtsentwicklung

5.4  Gewaltprävention

 

Präambel

Die Emanuel-Geibel-Schule hat nach der Umwandlung von einer Realschule hin zu einer Gemeinschaftsschule einen mehrjährigen Entwicklungsprozess durchlaufen.

Wir werden die sich aus der Veränderung des Schulgesetzes ergebenden Chancen zur Weiterentwicklung nutzen und unsere Arbeit einer regelmäßigen Evaluation unterziehen. Die Emanuel-Geibel-Schule ist eine Schule mit einer überschaubaren Zahl von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften und öffnet sich unterschiedlichsten Formen gemeinsamen Lernens.

Unbedingte Grundbedingung für eine funktionierende Schule, in der sich unsere ehrgeizigen Ziele verwirklichen lassen, ist eine anregende räumliche und sächliche Ausstattung des Schulgebäudes, der Klassen- und Fachräume sowie des Schulhofes.

Grundlegende Prinzipien unserer Arbeit sind:

  • Wir gestalten die Schule als Lebensort
  • Bei uns lernen die Schülerinnen und Schüler in den Jahrgängen 5 - 7 miteinander im Klassenverband
  • In Klassenstufe 8 unterrichten wir die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik mit je drei Stunden binnendifferenziert im Klassenverband und je einer Stunde in differenzierten Lerngruppen.
  • In Klassenstufe 9 unterrichten wir die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik mit je zwei Stunden binnendifferenziert im Klassenverband und je zwei Stunden in differenzierten Lerngruppen.
  • Wir fördern und fordern individuell
  • Wir achten auf konsequentes Einhalten von Vereinbarungen und Regeln
  • Wir bieten eine frühzeitige und umfangreiche Vorbereitung auf die Berufswelt
  • Wir achten auf die aktive Einbeziehung aller Beteiligten (Lehrerschaft, Schülerinnen und Schüler, Eltern) in den schulischen Entwicklungsprozess
  • Wir pflegen die Zusammenarbeit mit zahlreichen außerschulischen Einrichtungen

Unser Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern den Weg zu möglichst hohen Bildungsabschlüssen zu ermöglichen.

 

1 Unsere Schule

Die Emanuel-Geibel-Schule liegt zentral im Herzen der Lübecker Altstadt in einem Wohngebiet zwischen Füchtingshof und Glandorpshof und besteht aus einem Hauptgebäude und mehreren Nebengebäuden.

Der Grundstein wurde 1889 gelegt. Auf Grund ihrer Lage ist die Schule gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, dennoch aber vom Verkehrslärm abgeschottet.

In dem vierstöckigen Hauptgebäude befinden sich 14 Klassenräume. Dazu kommen zwei Fachräume  für Physik/Chemie/NaWi, ein modernisierter Biologieraum sowie ein gut ausgestatteter Computerraum. Ein zweiter Computerraum ist geplant. Der Musikunterricht findet in der Aula statt.

In den Nebengebäuden befinden sich ein Kunstraum, Fachräume für Technik und Textillehre sowie eine Küche mit dazugehörigem Essraum.

Mehrere Räume stehen derzeit im benachbarten Gebäude der Berend-Schröder-Schule zur Verfügung. Auf dem Schulhof hinter der Berend-Schröder-Schule befindet sich unsere Mensa. Hier haben unsere Schüler und Schülerinnen die Gelegenheit, an fünf Tagen in der Woche ein Frühstück bzw. ein Mittagessen einzunehmen.

Für den Sportunterricht wird die kleine Turnhalle genutzt, zudem stehen uns die Mehrzweckhalle des LBV Phönix, das großzügige Sportgelände an der Falkenwiese und die Schwimmhalle in der Schmiedestraße zur Verfügung.

Die Emanuel-Geibel-Schule ist eine dreizügige Gemeinschaftsschule, die im Schuljahr 2015/16 in Klassenstufe 5 - 7 je eine Integrationsklasse hat. Für die kommenden Schuljahre ist eine Ausweitung bis in Klassenstufe 9 geplant. Im Schuljahr 2015/16 besuchen ca. 460 Schülerinnen und Schüler die Schule, die sich auf 18 Klassen verteilen.

Neben dem erweiterten Schulleitungsteam aus Rektor, Konrektor und zwei Koordinatoren erteilen 40 Lehrkräfte, unter ihnen auch mehrere Lehrkräfte in Vorbereitung, Unterricht. Sie werden unterstützt durch eine Schulsekretärin, einen Hausmeister und zwei Schulsozialarbeiterinnen.

Erfreulicherweise steht uns eine Anzahl ehrenamtlicher Kräfte zur Seite, die insbesondere im Bereich der Offenen Ganztagsschule eingesetzt sind.

Ein im Frühjahr 2011 gegründeter Schulverein unterstützt ebenfalls die Belange der Schule.

 

2 Unser Leitbild

Um der Vielfalt von Erwartungen und Aufgaben an die Schule als Lern- und Lebenswelt gerecht zu werden, richten wir uns an Leitideen aus.

Die Anerkennung der Würde des Gegenübers ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Umgang miteinander und das Erreichen von Zielen.

Wir wollen uns darum bemühen, die individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu wecken, zu entdecken und zu fördern.

Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, zunehmend Verantwortung für ihr Verhalten, ihren Lernprozess und für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Wir wollen sie auf die Berufswelt, weiterführende Bildungswege und das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereiten.

 

3 Bausteine des pädagogischen Konzepts

3.1 Profil

Bewegung, Spiel und Sport leisten einen bedeutenden Beitrag für eine positive körperliche und seelische, kognitive und emotionale Entwicklung sowie für eine gesunde Lebensführung von Kindern und Jugendlichen. Auf vielfältige Art und Weise soll dem Bewegungsmangel begegnet, motorische Grundfähigkeiten vermittelt, die Fähigkeit zur Körperwahrnehmung verstärkt, ein Gemeinschaftsbewusstsein geschaffen, Leistungsbereitschaft geweckt und schließlich das Sozialverhalten gefördert werden. Dies drückt sich unter anderem in folgender Weise aus:

  • durchgängig  zwei Stunden Sport und zwei Stunden Schwimmen in den Jahrgängen 5-7
  • Schwimmausbildung in allen Jahrgangsstufen
  • Skifahrt im 6. Jahrgang
  • Sport in Theorie und Praxis als vierstündiges Wahlpflichtfach in den Jahrgängen 7-9/10
  • Fußball-AG in den Jahrgängen 5-7
  • Schwimm-AG
  • Teilnahme an zahlreichen ein- und mehrtägigen Wettbewerben im In- und Ausland
  • Kooperation mit Sportjugend Lübeck, dem VfB Lübeck, dem Lübecker Jugendring,  der Lübecker Rudergesellschaft und dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (Erwerb des DFB-Juniorcoachschein)

Insbesondere jüngere Schülerinnen und Schüler lernen verstärkt über die Beziehungsebene. Diese aufzubauen, ist Aufgabe der in den Jahrgängen 5-7 eingesetzten Lehrkräfte. Hier unterrichten wenige Lehrerinnen und Lehrer möglichst viele Fächer und bilden Teams bei der Betreuung der Klassen.

Eine Übernachtung sowie eine Kennenlernfahrt schon im 5. Jahrgang sollen zum Aufbau einer Klassengemeinschaft sowie einem vertrauensvollen Verhältnis zu den Lehrkräften führen.

Um Schülerinnen und Schüler an Prozessen ihrer Schule zu beteiligen und sie fit für das Leben in einer demokratischen Gesellschaft zu machen, ist uns die Partizipation wichtig.

  • Folgende Maßnahmen sollen Schülerinnen und Schüler anhalten, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen:
  • Klassenratsstunden in den Jahrgängen 5 - 9
  • Ausbildung als Streitschlichter/in
  • Jugendgruppenleiterausbildung
  • Einsatz von Schulsanitäter/innen
  • Schüler übernehmen Verantwortung
  • DFB Juniorcoach

3.2 Unterricht

Wir tragen dem zunehmenden Bedarf an differenzierten Unterrichtsmethoden, individueller Profilbildung und einer neuen Rückmeldekultur unserer Schülerinnen und Schüler Rechnung durch u.a. folgende Maßnahmen (eine ausführliche Beschreibung findet sich im pädagogischen Konzept):

  • Nachhaltiges eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten (Werkstattunterricht)
  • Methodentraining im 5./6. Jahrgang
  • Förder- und Forderprogramme in verschiedenen Jahrgängen
  • Lese-/Rechtschreib-Training
  • Wahlmöglichkeiten im WPU I ab Klassenstufe 7 und im WPU II in Klassenstufe 10

 

3.3 Öffnung von Schule / Ganztagsangebote

Die Emanuel-Geibel-Schule trägt den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung und ist eine offene Ganztagsschule, an der an mindestens drei Tagen in der Woche bis zum frühen Nachmittag gelernt und gelebt wird. Dabei werden wir von Kooperationspartnern, ehrenamtlichen Kräften und Stiftungen unterstützt.

Mit ihrer Hilfe können wir folgende Maßnahmen anbieten:

  • Durch Einbindung ins „Netzwerk Innenstadt“ halten wir in Zusammenarbeit mit anderen Innenstadtschulen ein umfangreiches Freizeitangebot vor
  • Hausaufgabenbetreuung an vier Tagen in der Woche
  • Mittagsverpflegung an fünf Tagen in der Woche
  • Durchführung von Freizeitangeboten in den Schulferien

 

4 Ausführliches Konzept

4.1 Gestaltung des gemeinsamen Lernens

Aufgabe der Gemeinschaftsschule ist es, die Schülerinnen und Schüler aller Begabungen in einem weitgehend gemeinsamen Bildungsgang zu den Schulabschlüssen der Sekundarstufe I oder zur Berechtigung des Übergangs in die Oberstufe zu führen.

Um ein gemeinsames Lernen an unserer Schule kontinuierlich zu ermöglichen, bilden die Klassenlehrerteams entsprechende Jahrgangsteams, welche die Schülerinnen und Schüler möglichst lange durch ihre Schulzeit hindurch begleiten.

4.1.1 Klassenstufe 5-7

In den Klassenstufen 5 - 7 werden alle Fächer im Klassenverband gemeinsam unterrichtet. Durch den Einsatz verschiedener Diagnoseverfahren erfolgt zunächst zu Beginn des 5. Schuljahres eine Einschätzung der Kompetenzen in den Kernbereichen Lesen, Schreiben und Rechnen. Den unterschiedlichen Lernmöglichkeiten wird gemäß den KMK-Vorgaben durch Binnendifferenzierung entsprochen (GemVO §3 Abs. 2). Dabei werden die individuellen Fähig- und Fertigkeiten berücksichtigt und entsprechend gefördert und gefordert.  Um das nötige Rüstzeug für die zunehmend individuellen Arbeitsformen zu erhalten, erhalten die Schülerinnen und Schüler jeweils im 1. Halbjahr der Jahrgangsstufen 5 und 6 ein spezielles Methodentraining innerhalb des Fachunterrichts.

Zunehmend sollen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der zu entwickelnden Selbst- und Sozialkompetenz eine angemessene Rückmeldekultur erlernen und dabei ihre eigenen sowie die Leistungen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler einschätzen und bewerten. Schon in den beiden ersten Jahrgängen wird auf diese mündliche Rückmeldekultur verstärkt geachtet. Ein Schüler/innensprechtag zu den Terminen der Zeugnisausgabe unterstützt dieses Anliegen.

Darüber hinaus stehen individualisierende Unterrichtsangebote zur Verfügung, wie zum Beispiel:

  • Partner- und Gruppenarbeit
  • Arbeit an Stationen
  • Lernbuffet
  • Tages- und Wochenplanarbeit
  • Lernwerkstätten
  • Freiarbeitsstunden
  • kooperative Lernformen
  • Projektarbeit / Referate
  • Expertenrunden
  • Besuch außerschulischer Lernorte

In Orientierung an der Kontingentstundentafel werden in den Jahrgängen 5-7 die Fächer Geschichte und Geographie in dem Fach Weltkunde zusammengefasst. In dem Fach Naturwissenschaften werden in den Jahrgängen 5 bis 7 die Unterrichtsfächer Biologie, Physik und Chemie integriert unterrichtet. Somit wird projektorientiertes sowie fächerübergreifendes Arbeiten erleichtert.

Eine individuelle Schwerpunktbildung erfolgt durch die Wahl eines vierstündigen Wahlpflichtunterrichts (WPU I). Zur Auswahl stehen neben den Sprachen Französisch und Dänisch noch weitere Fächer, wie z.B. Sport in Theorie & Praxis, Kunst oder Angewandte Naturwissenschaften.

Alle Unterrichtsinhalte basieren auf den gegebenen Fachanforderungen und auslaufenden Lehrplänen des Landes Schleswig-Holstein und orientieren sich an den für die einzelnen Fächer definierten Bildungsstandards. Deren Einhaltung wird in regelmäßigen Abständen durch die Fachkonferenzen überprüft.

4.1.2 Klassenstufe 8-10

Mit dem Ziel, der Notwendigkeit des Unterrichtens auf mindestens drei Anforderungsebenen nachzukommen, wird der Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik mit jeweils 3 Stunden binnendifferenziert im Klassenverband erteilt. Für die 4. Stunde, eine Randstunde, erfolgt eine Teilung der Klasse in zwei Gruppen, um – ebenfalls binnendifferenziert – in einer kleinen Lerngruppe optimal fördern und fordern zu können. Im 9. Jahrgang findet der Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik mit je 2 Stunden im gesamten Klassenverband und mit je 2 Stunden im anteiligen Klassenverband statt. Das ermöglicht eine weitere Steigerung der individuellen Förderung. In beiden Jahrgängen erhalten die Schülerinnen und Schüler also weiterhin je 4 Stunden Fachunterricht. Die Einteilung in die Kleingruppen in beiden Jahrgängen obliegt der Klassenlehrkraft bzw. der Fachlehrkraft.

Am Ende des 8. Jahrgangs steht ein erstes Betriebspraktikum. Dieses ist ein Baustein der Berufsorientierung, die bereits ab dem 5. Jahrgang integrativer Bestandteil im Unterricht aller Fächer ist. Hierzu gehören u.a. auch ein umfangreiches Bewerbungstraining, Betriebsbesichtigungen, der Besuch von Informationsveranstaltungen im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der Agentur für Arbeit sowie diverse Berufserkundungstage. Zudem besteht ein Kooperationsvertrag mit den beruflichen Gymnasien, dessen Ziel es ist, den Übergang zur berufsbildenden Schule und zum Besuch einer Oberstufe des beruflichen Gymnasiums z.B. durch Informationsveranstaltungen, Schnuppertage oder Durchführung gemeinsamer Projekte zu optimieren.

Im 9. und 10. Jahrgang steht besonders die Vorbereitung auf die zu erwartenden Schulabschlüsse bzw. den Wechsel auf die Oberstufe im Mittelpunkt.

Im 9. Jahrgang wird ein zweites Betriebspraktikum durchgeführt. Im 10. Jahrgang wählen die Schülerinnen und Schüler einen weiteren, zweistündig durchgeführten Wahlpflichtkurs.

4.2 Gestaltung des Schulalltages

Die Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten in einer pädagogischen Einheit aus Fachunterricht, Arbeitsgemeinschaften, Hausaufgabenbetreuung, Mittagessen und offenen Ganztagsangeboten. Die Emanuel-Geibel-Schule wird als offene Ganztagsschule geführt.

Die Angebote des Netzwerks Innenstadt stehen den Schülerinnen und Schülern nachmittags zur Verfügung. Diese erstrecken sich über das Innenstadtgebiet und können innerhalb kurzer Zeit von den Schülerinnen und Schülern problemlos erreicht werden.

Eltern engagieren sich in vielfältigen Bereichen:

  • bei der Vorstellung unterschiedlicher Berufe,
  • bei Arbeitsgemeinschaften und Projekten,
  • bei Konferenzen und Fachgremien,
  • bei Informationsveranstaltungen,
  • bei festlichen Aktivitäten der Schule,
  • im Schulverein
  • bei der Hausaufgabenbetreuung

Die Kooperation zwischen Schule und Elternhaus erfolgt auf verschiedene Weise. In regelmäßigen Abständen werden mit Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern Entwicklungs- und Beratungsgespräche geführt. Fortbildungsangebote für Eltern bieten praktische Hilfen für den Erziehungsalltag in den Familien.

Um überschaubare und dauerhafte Bezugssysteme für Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen zu schaffen, werden in den unteren Jahrgängen so wenige Lehrkräfte wie möglich eingesetzt. Sie sind als Team für die Klassen eines Jahrgangs pädagogisch verantwortlich. In jeder Klasse bis zum einschließlich 6. Jahrgang bilden zwei Lehrkräfte das Leitungstandem und begleiten die Klasse in der Regel über zwei Schuljahre. Erst ab Klassenstufe 7 hat die Klasse im Allgemeinen nur eine Klassenlehrkraft. Dabei kann eine Lehrkraft aus dem Team der Klassenstufe 5 und 6 die Klasse weiterführen.

4.3 Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung

Im Zentrum der Leistungsdokumentation steht der Grundsatz, dass die Lernzuwächse jedes einzelnen Schülers/jeder einzelnen Schülerin in den Vordergrund gerückt werden. Zu Beginn des 5. Schuljahres wird der Lernstand der Schülerinnen und Schüler durch geeignete diagnostische Verfahren in den Kernbereichen Lesen, Schreiben, Rechnen und Englisch ermittelt. Die Verfahren werden im Laufe des Schuljahres regelmäßig modifiziert und evaluiert.

Das individuelle Leistungsniveau der einzelnen Schülerinnen und Schülern wird durch differenzierte schriftliche und mündliche Leistungsnachweise überprüft, wobei auch andere Verfahren der Leistungsmessung zum Tragen kommen (z. B. Portfolio, Schülerselbsteinschätzung, Projekte und Referate). Die Fachkonferenzen legen Anzahl und Art der Leistungsnachweise in Anlehnung an die gültige Erlasslage fest.

Der Unterricht orientiert sich an den Bildungsstandards. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer unterschiedlichen Leistungen zu verschiedenen, möglichst hohen Bildungsabschlüssen geführt werden. Am Ende der Klassenstufe 9 kann der Erste allgemeinbildende Schulabschluss und am Ende der Klassenstufe 10 der Mittlere Schulabschluss erworben werden. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler bei entsprechender Qualifikation in die Oberstufe wechseln.

Zu jedem Zeugnistermin beurteilt die Klassenkonferenz die Leistung einer Schülerin oder eines Schülers in den einzelnen Fächern und schließt in ihr Urteil die Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz ein. Es wird ab Klassenstufe 5 deshalb ein Notenzeugnis mit verbaler Ergänzung zur Sach-, Methoden-, Sozial und Selbstkompetenz erteilt werden.  Das Notenzeugnis wird entsprechend der individuellen Leistungen auf dem entsprechenden Anforderungsniveau erteilt. Dies wird im Zeugnis kenntlich gemacht. (Bei Änderung der Zeugnisverordnung wird für jedes Fach die Anforderungsebene kenntlich gemacht.)

4.4 Förderung

Aufgrund der ermittelten Lernausgangslage werden für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderungsbedarf individuelle Förderkonzepte entwickelt und angewandt.

4.4.1 Legasthenieförderung

Diagnostische Verfahren bezüglich der Legasthenie werden entsprechend der gültigen Erlasslage angewandt.

Der Förderunterricht für Legastheniker/innen erfasst und berücksichtigt die individuellen Defizite der betroffenen Schülerinnen und Schüler. 

4.4.2 Weitere Förder- und Fordermaßnahmen

Im Rahmen des Schullalltages werden durch unterschiedlichste Verfahren, wie beispielsweise mit Hilfe von Lernstandserhebungen und klassenübergreifenden Leistungsnachweisen, deutlich, ob einzelne Schülerinnen und Schüler einen besonderen Förderungsbedarf haben oder besondere Leistungsstärken mitbringen, die es gilt, positiv zu verstärken.

Für leistungsschwache Schülerinnen und Schüler werden Fördermaßnahmen angeboten. Die Kurse dienen zur Schließung bestehender Wissenslücken. Die jeweilige Maßnahme orientiert sich an dem Bedarf der Schülerinnen und Schüler.

Leistungsstarken Schülerinnen und Schülern wird in Forderkursen die Möglichkeit gegeben, sich vertiefend mit unterschiedlichen Thematiken zu beschäftigen.

Im Unterrichtsgeschehen werden bei betroffenen Schülerinnen und Schülern Maßnahmen im Sinne des Katalogs zum Nachteilsausgleich berücksichtigt.

4.5 Ganztagsorganisation und Kooperationen

Seit 2007 kooperiert die Emanuel-Geibel-Schule erfolgreich mit anderen Innenstadtschulen unterschiedlicher Schularten (Grundschule, Förderzentrum, Gymnasium) in einem Netzwerk, welches ein umfangreiches Nachmittagsangebot vorhält. An vier Nachmittagen können die Schülerinnen und Schüler umfangreiche Ganztagsangebote wahrnehmen, die die vielfältigen Interessen und Neigungen ansprechen.

4.5.1 Mittagsverpflegung

Allen Schülerinnen und Schülern wird in unserer Mensa die Gelegenheit geboten an fünf Tagen in der Woche ein Frühstück bzw. ein Mittagessen einzunehmen.

4.5.2 Schulsozialarbeiter/innen und Kooperative Erziehungshilfe

Die Emanuel-Geibel-Schule wird in ihrer pädagogischen und erzieherischen Arbeit von zwei Schulsozialarbeiterinnen beraten und begleitet, die ihr Büro in einem benachbarten Gebäude auf dem Schulgelände haben. Sie stellen eine schnellere Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen wie z. B. dem Jugendamt sicher. So können schnell Lösungen bei anstehenden Problemen gefunden werden. Weiterhin steht der Schule die Kooperative Erziehungshilfe bei Kindern mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten sowie Absentismus zur Verfügung und unterstützt die Lehrkräfte und die Eltern.

4.5.3 Zusammenarbeit mit Stiftungen

Seit August 2014 besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der Michael-Haukohl-Stiftung. Im Rahmen dieser Vereinbarung besuchen Schülerinnen und Schüler einmal jährlich ein Museum in der Hansestadt Lübeck. Im Gegenzug werden viele Projekte und Vorhaben von der Michael-Haukohl-Stiftung unterstützt, die vor allem die Sozialkompetenz der Jugendlichen nachhaltig unterstützen sollen.

4.5.4 Angebote im Ganztagsbereich

In das Ganztagsangebot wird der Förderunterricht einbezogen, wie z. B. die Leseförderung und die Förderung der mathematischen, (fremd) sprachlichen und sportlichen Fähigkeiten. Allen Schülerinnen und Schülern wird eine Hausaufgabenbetreuung angeboten.

Im Rahmen der offenen Ganztagsschule wählen die Kinder und Jugendlichen aus einer Vielzahl von Angeboten je nach ihren persönlichen Interessen und Neigungen aus.

Die Emanuel-Geibel-Schule wird ihr Engagement im Netzwerk Innenstadt fortsetzen und die Kooperationen mit den Jugendzentren Die Röhre und Burgtor ausbauen. Im sportlichen Bereich bieten die Rudergesellschaft und der Turn- und Sportbund mit dem Programm „Sport gegen Gewalt“ ihre Unterstützung an. Die Drogen- und Suchtberatung, die Musik- und Kunstschulen sowie Kirchen und soziale Einrichtungen werden in die Ganztagsangebote einbezogen. Die Teilnahme an einem Benimmkurs in Jahrgang 8 bereitet die Schülerinnen und Schüler auf gesellschaftliche Umgangsformen vor. Das soziale Engagement kann beispielsweise durch Teilnahme an der Streitschlichter-AG gefördert werden. Zur Prävention und/oder zur Problembewältigung steht die Einrichtung AGGAS (Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt an Schulen) zur Verfügung.

Im Rahmen des Ganztagsangebotes bildet die Berufsorientierung einen weiteren Schwerpunkt durch die Zusammenarbeit mit beruflichen Schulen, Fachgymnasien, Wirtschaftsbetrieben oder der Arbeitsagentur.

Die Anmeldung zu einem Angebot im Rahmen der offenen Ganztagsschule verpflichtet die Schülerin oder den Schüler zur Teilnahme während der gesamten Durchführungsdauer.

 

5 Entwicklungsschwerpunkte

Die Neugestaltung der Schullandschaft erfordert einen großen Einsatz aller Beteiligten. Als Schwerpunkte unserer Entwicklung in nächster Zeit sehen wir an:

  • Umsetzung räumlicher Maßnahmen seitens der Hansestadt Lübeck (Fachräume, Gruppenräume, Verwaltungstrakt)
  • Fortbildungen der Lehrkräfte zum binnendifferenzierten Unterricht
  • Evaluation des pädagogischen Konzeptes

 

Das vorliegende Schulprogramm wurde am 30.06.2015 nach Überarbeitung der vorherigen Fassung von der Schulkonferenz der Emanuel-Geibel-Schule einstimmig beschlossen.